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Selbstverteidigung und Gewaltprävention

Niemand braucht Selbstverteidigung, bis man sie braucht. Nicht nur, aber gerade Frauen kennen das mulmige Gefühl, abends allein nach Hause zu gehen. Gewaltprävention setzt dort an, wo wir uns alle befinden: in unserem eigenen Alltag. Selbstverteidigung ist der Plan B, wenn das schief geht. Bei Krav Maga University geht es ausschließlich darum. Keine Gürtel, keine starren Traditionen, nur das, was funktioniert. Im Alltag und unter Stress.

In Greifswald

Nirgendwo sonst in Greifswald findest Du praktische Anleitungen und Übungen zur Deeskalation, die über bloße Lippenbekenntnisse zur Gewaltprävention ("Und wenn man nicht mehr weglaufen kann, dann müssen Sie X machen.") oder floskelhafte Formeln ("Vermeiden Sie dunkle Gassen."; "Gehen Sie aufrecht und mit einem Ziel.") hinaus gehen.

Das Motto lautet: PROTEGO.

Prävention: Vermeidung ist das Wichtigste.

Risikoanalyse: Gewaltprävention ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Man muss sich mit den eigenen Risikofaktoren und denjenigen Tätertypen, die sich für einen interessieren könnten, auseinandersetzen.

Orientierung durch Intuition: Das Bauchgefühl, das viel schneller und umfassender Entscheidungen treffen kann. Lerne die Signale der Intuition wahrzunehmen und dich an ihnen zu orientieren, um Gefahren aus dem Weg zu gehen.

Taktik: Lerne, die Umgebung zu Deinem Vorteil zu nutzen - bei der Vermeidung, auf der Flucht und auch im Ernstfall.

Effektive Deeskalation: Wie kann ich einen Konflikt, der sich bereits aufgebaut hat, entschärfen? Ein erster Hinweis: jemand, der gerade auf 180 ist, wird wohl nicht ruhiger, wenn man ihm sagt "Beruhig' dich mal" oder wenn man ihm befiehlt, was er zu tun hat (z.B. "Bleib' gefälligst auf Abstand.").

Gewaltmanagement: Wenn ein Konflikt körperlich geworden ist, braucht es Mittel, die nicht nur der durchtrainierte Kampfsportler anwenden kann, sondern auch das 14-jährige Mädchen oder die 80-jährige Dame. Hierbei müssen alle Faktoren einbezogen werden. Sinnvoll sind Videoanalysen realer Vorfälle und das Testen der Techniken gegen Angreifer, die nicht wollen, dass diese Techniken funktionieren. - Natürlich geschieht dies alles unter sicheren Bedingungen. Niemand soll sich bei einem Training verletzen, bei dem es darum geht, sich nicht zu verletzen.

Offensive Verteidigung: Man sollte defensiv agieren, aber wenn es einmal körperlich geworden ist, dann hört der Angreifer nicht auf, wenn man nur die Hände schützend vor den Kopf hält. Dann geht es nicht mehr ohne Offensive. Der Jurist nennt das Trustwehr. Lerne, wie Du erkennen kannst, wann dieser Punkt erreicht ist (nicht erst, wenn die erste Faust fliegt) und wie Du Dich effektiv wehren kannst - und trotzdem im Rahmen der Notwehr bleibst.

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PROTEGO

Worum geht es?

Nach Hause gehen und zurück zu dem Alltag finden, den man hatte, bevor einen der Vorfall gefunden hat.

Rory Miller, Experte und Autor von vielen Büchern (zum Beispiel "meditations on violence") und einer meiner wichtigsten Mentoren, fasst dies so zusammen:

Es ist besser zu vermeiden als zu rennen. Es ist besser zu rennen als zu deeskalieren. Es ist besser zu deeskalieren als zu kämpfen. Es ist besser zu kämpfen als zu sterben.

Selbstschutz dreht sich nicht darum, dem Angreifer weh zu tun, ihn zu verletzen oder gar zu bestrafen. Wer den Angreifer verletzt, nachdem der Angriff gestoppt wurde, wird selbst zum Angreifer und macht sich strafbar. (Stichwort: Grenzen der Notwehr)

Um etwas Selbstschutz nennen zu können, muss es für alle Altersstufen, Geschlechter und Größen funktionieren.

Unterschiede zu Kampfsport und Kampfkunst

Kampfsport ist wettkampfbasiert: zwei Menschen treten gegeneinander an. Es gibt Alters- und Gewichtsklassen und die Geschlechter sind getrennt. Vorteil: funktioniert auch bei Leuten, die nicht wollen, dass es funktioniert. Nachteil: Prävention, sozialer und rechtlicher Kontext fehlen.

Kampfkunst heißt Altes weitergeben, d.h. Tradition. Deswegen ist die Lehrer-Schüler-Beziehung hier besonders wichtig. Kampfkunst kann schön sein, hat aber nichts mit Funktionalität in Bezug auf Gewaltprävention und Selbstschutz zu tun.

Was sind die Besonderheiten bei PROTEGO?

- keine Gürtel, kein Verbeugen, kein Bullshit (wie z.B. Nervendruckpunkte)

- aktuellstes und realistisches Selbstverteidigungstraining

- Vermeidungsstrategien, und zwar nicht nur als Lippenbekenntnis

- Videoanalyse realer Vorfälle und Übertragung der Erkenntnisse auf das Training

- praktikable Grenzsetzungen, die im Alltag nutzbar sind und unter Stress funktionieren

- Wahrnehmungsübungen für Signale der oft unterschätzten Intuition

- besondere Berücksichtigung individueller Stärken und Schwächen

- Training ist lerntheoretisch, trainingswissenschaftlich, juristisch und biomechanisch fundiert und prinzipienbasiert

- Programm ist so gestaltet, dass es Dir ganz persönlich hilft. Egal, ob groß oder klein, Frau, Mann oder divers, etc.

- freundliche Trainingsumgebung und spaßorientiertes Training

Training

Zeiten

Dienstags:
20:00 – 21:15 Uhr
21:15 – 22:00 Uhr (schlagbasiertes Techniktraining)

Donnerstags: 
19:30 – 21:00 Uhr (mit Videoanalyse)
21:00 – 22:00 Uhr (clinchbasiertes Techniktraining)

Ort

Mehrzweckraum
Schönwaldecenter
Ernst-Thälmann-Ring 11-13
Greifswald
Googlemap-Link

Probetraining

Jederzeit möglich. Infolge der Corona-Pandemie ist eine Voranmeldung notwendig. Im Rahmen der Voranmeldung bekommst Du die wichtigen Informationen zu den Corona-Hygieneregeln. Idealerweise hast Du dieses Formular bereits ausgefüllt dabei.

Beiträge

12-Monate: 30 Euro/Monat ermäßigt*, 35 Euro/Monat regulär
6-Monate: 35 Euro/Monat ermäßigt*, 40 Euro/Monat regulär
10er-Karte: 150 Euro
Einmaliger Drop-In: 20 Euro (gilt nicht für das Probetraining)
Privattraining: Auf Anfrage
(Privattraining kann auch zu Zweit erfolgen. Das ist insbesondere hilfreich, wenn es um soziale Situationen geht, die nur mit jemandem nachgebildet werden können, der*dem Du bereits vertraust.)
* Studierende, Schüler*innen, Azubis

Seminare

Wenn Du an einem Seminar interessiert bist, schreib mich gern jederzeit an. Inzwischen gebe ich Kurse nur noch auf Anfrage und möchte Dich daher bitten, auf mich zuzukommen.

Folgende Seminarthemen biete ich an. Sie können kombiniert und individuell angepasst werden.

- Basis-Seminar: Gewalterkennung- und vermeidung, Deeskalation, Konterkonzepte gegen die häufigsten Angriffe

- Gewaltprävention: Ethische und rechtliche Implikationen, Gewaltformen erkennen (soziale und asoziale Gewalt), Videoanalyse, Vermeidungsstrategien, Intuition, häufige Ablenkungsmanöver, mentale Haltung, Deeskalation, Schockstarre, häufige (Alltags-)Situationen

- Notwehr und sonstige relevante rechtliche Regeln

- Spezielle Kurse (für Frauen (u.a. Prävention von und Verteidigung gegen sexuelle Übergriffe); für Schulen; für Familien; für Profis, die regelmäßig Gefahrsituationen auszustehen haben (Polizei/Rettungskräfte/Feuerwehr/etc.))

- Waffen: Vermeidung und Verteidigung gegen Drohungen oder Angriffe von Messern, Schusswaffen oder Schlagstöcken

- Einzelne Themen: z.B. Verteidigung am Boden, mehrere Angreifer, Schlagmechanik und Schlagkraft, Infighting, ringerische Grundlagen der Selbstverteidigung, Clinchkontrolle, Würfe, Hebel, Verteidigung gegen Griffe, Umklammerungen und Würgen, schmutzige Tricks

- Spezielle Situationen: z.B. Vermeidung von und Verteidigung bei Autoüberfällen

- Szenariotraining

- Tango Warrior: Tango Argentino und Selbstverteidigung (zusammen mit Roberto von TangoForge)

Trainer

Thilo Steinke

Gewaltprävention und Selbstverteidigung

- KMG-GIC (General Instructor Course) 2015 mit Moran Laskov und Mateusz Sog

- KMG-WIC (Women Instructor Course) 2016 mit Gracia Ho

- Conflict communication + training for sudden violence 2016 mit Rory Miller

- KMG-VIPIC (VIP-and-3rd-party-protection Instructor Course) 2016 mit Eyal Yanilov und Franklyn Hartkamp

- KMG-TIC (Transportation Instructor Course) 2017 mit Eyal Yanilov und Rune Lind

- Logic of Violence 2017 mit Rory Miller

- IDC (Instructor Development Course) 2017 mit Rory Miller

- Infighting 2017 mit Rory Miller

- Urban Combatives (Low Profile/High Profile) 2018 mit Lee Morrison, Jamie Miller und Michiel Mulder

- Pre-Attack-Cue + Knife-Defense 2018 mit Randy King

- C2-FC (Core Combatives - Foundation Course) 2018 mit Mick Coup

- Messerverteidigung 2019 mit Jörg Brandt von Streetcombatives

- Shredder 2019 mit Patrick Ressler und Muhammed Kilic von Senshido International

- Vertikaler Straßenclinch 2019 mit Jörg Brandt von Streetcombatives

- Stick and Baton Combatives Coach Certification 2019 mit Jörg Brandt von Streetcombatives

- Dirty Boxing 2019 mit Randy King

- Senshido Fundamentals 2019 mit Patrick Ressler von Senshido International

- Conflict management, violence prevention and trauma sensitive teaching certification 2019 mit Richard Dimitri und Pamela Armitage

- SAFE International Basic-Instructor 2019 mit Richard Dimitri und Chris Roberts

- Unarmed Combatives Coach Certification 2019 mit Jörg Brandt von Streetcombatives

- Enforcer Tactics (Kommunikation & Situationskontrolle, Festnahme & Sicherung, Zugriff & Teamtaktik) 2020 mit Tobias Brodala

- Strinch (Striking and Clinch) 2020 mit Patrick Ressler von Senshido International

- Shredder Enhancer (Affiliate Program-Privatseminar) 2020 mit Patrick Ressler von Senshido International

- Submission Termination = Ground (Affiliate Program-Privatseminar) 2020 mit Patrick Ressler von Senshido International

Kampfkunst/-sporterfahrung

- KMG-Level G2, Judo, Karate (v.a. Goju-ryu), BJJ, Katori-shinto-ryu

Weiteres

- B-Groupfitness-Trainer-Lizenz

- Groundforcemethod Level 1

- Groundforcemethod Level 2

- Weiterbildungen in diversen Bereichen, z.B. Kettlebell (u.a. Nadine Reichenbach von der Powerschmiede (RKC) und Johannes Kwella), Mobility (u.a. Patrick Meinart), Functional Patterns (entwickelt von Naudi Aguilar, in Greifswald bei Florian Piper von der Achilles Physiotherapie)

- ehrenamtlicher Helfer im Rahmen von Opferhilfe

- Jurist mit Forschungssvorhaben im Bereich der Notwehr

Faq

Nein. Selbstschutz verdient diesen Namen nur, wenn Vorkenntnisse gerade nicht erforderlich sind. Manchmal sind sie sogar hinderlich, wenn man Dinge trainiert hat, die sogar schädlich sind. Das ging mir so und ich musste mehr Zeit aufwenden, um mir diese Sachen abzutrainieren. Beispielsweise ist die zurückziehende Hand im Karate trotz aller kreativen Bedeutungsschöpfungen der Interpreten funktionslos.

Das Augenmerk auf die real stattfindende Gewalt und das Entwickeln von Lösungen basierend auf den Mustern menschlichen Verhaltens, menschlicher Physiologie und Psychologie, und physikalischer Grundsätze. Ferner werden die oft vernachlässigten Notwehrregeln beachtet und die spielbasierte Didaktik sorgt für den schnellstmöglichen Erfolg.

Nein. Lediglich „sportgesund“, d.h. in der Lage sein, überhaupt Sport zu treiben.

Ja. Jede Einheit ist gleichzeitig ein funktionelles Ganzkörpertraining.

Nein. Aber zur Sicherheit empfiehlt es sich, Schutzausrüstung zu haben: Tiefschutz, Mundschutz, Schienbeinschutz.

Ja. 2 Stück, die sich scheinbar widersprechen.

  1. Das Training soll so realitätsnah wie möglich sein. In einer realen Verteidigungssituation bleibt man fast immer hinter seinem Trainingsniveau zurück.
  2. Im Training soll sich niemand verletzen. Es ist widersinnig, sich im Training, um sich zu schützen, zu verletzen.

Daher: Jede*r bestimmt die für sie*ihn angemessene Intensität im Rahmen der Instruktionen selbst.

Jede*r. Ausgeschlossen sind lediglich jene, die wegen Gewaltdelikten vorbestraft sind oder die die Techniken nutzen, um anderen zu schaden. Auch setze ich voraus, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung Konsens ist.

Ja, es gibt speziell ausgerichtete Seminare für Frauen, für Schulen, für Polizei/Feuerwehr/Rettungskräfte und einige weitere.

Die physiologische und psychologische Betreuung steht an erster Stelle. Es gibt Opferambulanzen, die Rechtsmedizin und viele weitere hilfreiche Stellen. Wer darüber hinaus später lernen möchte, wie das nicht wieder passiert, der kann gern zu mir kommen. Ich verstehe natürlich nicht das jeweilige Trauma, aber ich verstehe allgemein, was traumatische Erfahrungen anrichten können und gebe immer den Raum, der notwendig ist, um gleichzeitig bei der Verarbeitung zu assistieren und nicht zu retraumatisieren. Gegebenenfalls kann eine Zusammenarbeit mit Opferverbänden oder anderen Hilfsorganisationen sinnvoll sein. All das liegt in Ihrer Entscheidung.